Datenschutz- oder was Facebook, Google, Twitter und Co. wirklich über dich wissen: Tool-Tipps

Es wird ja so gern Angst gemacht – wir werden ausgespäht, ausspioniert, gar ausgesaugt, denn man will alles über uns wissen. Nirgends ist man mehr sicher. Da wird gesammelt und gehortet und am Ende für teuer Geld verkauft. So zumindest der Eindruck, wenn man so manchem ablehnendem Geist zuhört. Da sind sie alle böse, diese Firmen, die unser Leben bestimmen – Facebook, Google und Youtube – alles große, gierige Datenkraken.

Für meinen Teil bereichern sie mein Leben – und das Leben vieler anderer. Ja, wir alle sollten uns immer wieder vor Augen führen, welche Daten wir für welchen Zweck preisgeben. Falsch ist aber doch oft die Annahme, das jedes Fitzelchen Content, das wir auf Plattformen ablegen, von eben diesen ausgewertet würde. Vielmehr sind es die Daten, die unbewusst da gelassen werden: nicht das hochgeladene Bild samt frecher Statusmeldung können zum Problem werden, sondern die mitgesendeten Standortinformationen, die Metadaten über die Modellbezeichnung der Kamera und mein Surfverhalten im allgemeinen. Nämlich dann, wenn diese statistischen Werte mich zu einer sehr gut definierten Persona machen, die eine findige Marketing-Abteilung toll targeten kann und ich nur noch passgenaue Werbung bekomme. Aber ach nein. Das finde ich eigentlich auch noch gut – aber diesen Gedanken kann man noch weiter spinnen und dann wird es unter Umständen doch noch gruselig.

Jetzt hab ich ganz schön weit ausgeholt um auf den Blog vom WDR zu verweisen, der eine tolle Sammlung von Tools zusammengestellt hat, die euch helfen können, einen Überblick zu bekommen, welche Daten tatsächlich von wem gesammelt werden.

Google und Youtube

Dashboard – von hier aus kommst du fast über all hin, zum Beispiel zum…

Standortverlauf – eine Auflistung eurer eure Aufenthaltsorte samt Zeitstempel, sehr praktisch, wenn man bspw. sein Fahrtenbuch verlegt *hüstel* – allerdings ist das nicht finanzamtsicher und ich darf das hier vermutlich nicht schreiben.

Anzeigeneinstellungen – Welches Profil hat Google über euch angelegt? Hiernach richtet sich auch, welche Anzeigen ihr seht – unbedingt mal durchgehen und „Volksmusik und Country“ wegklicken, wenn das nicht eure Interessen sind und schon werden die Suchergebnisse für euch relevanter.

Daten herunterladen – du kannst dir alle Daten, die Google über dich gesammelt hat, runter laden. und ansehen. und drüber grübeln, was man wohl im schlimmsten aller Fälle damit anstellen könnte. und es in Zukunft anders machen. oder auch nicht. Denn vermutlich (!) werden die meisten Daten tatsächlich dazu gesammelt, um die Dienste besser zu machen. Vielleicht und hoffentlich.

YouTube-Archiv – Hier siehst du, wonach du auf YouTube gesucht hast und was Du dir angesehen hast, ganz wie du es vom google Suchverlauf kennst.

Twitter

Twitter-Archiv – Hier kannst Du deine komplette Twitter Historie als .zip herunterladen.

Facebook

Die üblichen Einstellungen zur Privatsphäre-Einstellungen lasse ich an dieser Stelle mal außen vor (Wichtig : immer mal wieder gucken, welche Apps Zugriff haben!). Stattdessen zeige ich dir ein Feature, dass du wahrscheinlich noch nicht kennst und ergänze damit die Liste von Dennis Horn im WDR Blog.

Wann immer du eine Anzeige im Feed hast, kannst du rechst oben auf das Häkchen klicken. Im Auswahl Menü kannst du dann dann wählen „Warum wird mir das angezeigt“ (oder ähnlich, ich verwende Facebook auf Englisch 😉 ) – Schon zeigt dir Facebook, nach welchen Kriterien du zum Ziel dieser Anzeige wurdest. Das ist hier in Deutschland in den meisten Fällen aufgrund von Alter, Geschlecht, Standort oder auch Interesse.

Hier einige Beispiele (Das ist eine Galerie. Klicke auf ein Bild, um es zu vergrößern und swipe rechts für das nächste):

Mit einem weiteren Klick kommst du dann auch in die entsprechenden Einstellungen hierzu und kannst deine Interessen – oder Vorlieben, einstellen. Deine Interessen errechnet Facebook nämlich nicht nur aus gelikten/ abonnierten Seiten, sondern auch aus verwandten Themengebieten, wie euch folgender Screenshot zeigt.

preferences

Wahrscheinlich (!) habe ich eher keine Affinitäten zum Thema Tod und ebenso wahrscheinlich eher keine so benannten Seiten geliked, aber weil ich vielleicht mit Pages interagiere, die sich mit weltanschaulichen Themen beschäftigen und möglicherweise Ads kommentiert oder geklickt habe, die mit einem thematisch verwandten Thema zu tun haben, geht Facebook nun davon aus, dass ich hier eine Vorliebe habe. (Die Zahlen in den Klammern beziffern die Pages, die ich zu diesen Themen tatsächlich gelikt habe, oder – und das ist eben der Clou, die mit ihnen thematisch in Zusammenhang stehen.)

Auch bei Facebook kannst du all deine Daten als .zip runterladen.

Besonders bei Google und Facebook, die schon jetzt sehr viele unterschiedliche Dienste anbieten, zeigt sich, dass jede Interaktion Auswirkung hat: die Informationen fließen in das Profil ein, dass die Suchmaschinen von uns haben, um unser Surferlebnis für uns relevanter zu gestalten. Es ist aber nicht so, dass dies heimlich geschieht – zumindest sind Daten für uns Nutzer zugänglich (ob da noch was im Verborgenen geschieht, sei mal dahin gestellt) – wir sollten uns angewöhnen, diese Informationen regelmäßig zu kontrollieren.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s